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Samstag, 13. Juli 2024

„Der Menschenjäger“: Beging „Göhrde-Mörder“ Kurt-Werner Wichmann weitaus mehr Morde und Vergewaltigungen als bislang bekannt?

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Hamburg (ots) –

Der als „Göhrde-Mörder“ bekannt gewordene Lüneburger Friedhofsgärtner Kurt-Werner Wichmann könnte hinter weitaus mehr Verbrechen stehen als bislang vermutet. Recherchen der „ARD Crime Time“ und der Wochenzeitung DIE ZEIT zeichnen das Bild eines psychopatischen Täters. Die ARD Dokuserie begleitete die Ermittlungen des ehemaligen Hamburger LKA-Chefs Reinhard Chedor zu vielen ungelösten Fällen, die im Zusammenhang mit Kurt-Werner Wichmann stehen könnten; zum ersten Mal äußern sich zudem Frauen vor der Kamera, die Opfer von Vergewaltigungen und Bedrohungssituationen wurden – und sich sicher sind, dass es sich bei dem Täter um Kurt-Werner Wichmann handelte. Die dreiteilige „ARD Crime Time“-Serie „Der Menschenjäger“ ist ab Mittwoch, 27. März, in der ARD Mediathek zu sehen. Eine 90-minütige Fassung läuft am Mittwoch, 10. April, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen.

Die Fälle ziehen sich durch die Bundesrepublik wie eine Kette des Schreckens: verschwundene junge Frauen, Vergewaltigungen, Mord. In den Jahren von 1968 bis 1986 gibt es eine Reihe von Kapitaldelikten an Frauen, die bis heute ungelöst sind. Dem ehemaligen Chef des Hamburger Landeskriminalamtes Reinhard Chedor lassen die Schicksale der vermissten und getöteten Frauen keine Ruhe. Ihre Angehörigen suchen bis heute nach Antworten. Chedor beschäftigt eine Frage: Hat Kurt-Werner Wichmann, der sogenannte „Göhrde-Mörder“, noch viel mehr Menschen umgebracht als bislang bekannt?

Die Jagd auf Kurt-Werner Wichmann ist für ihn zu einer Lebensaufgabe geworden. Denn Reinhard Chedor gehörte zum sogenannten „Kernteam“ um den ehemaligen stellvertretenden Hamburger Polizeipräsidenten Wolfgang Sielaff. Diese private Ermittlergruppe konnte das Verschwinden von Sielaffs Schwester Birgit Meier aufklären – etwas, woran die ermittelnden Behörden bis dahin gescheitert waren: 2017 fand das Team unter Wichmanns ehemaliger Garage vor laufenden NDR Kameras die Knochen von Birgit Meier – knapp 30 Jahre nach deren Verschwinden. Die NDR Dokumentation „Eiskalte Spur“ zeigte daraufhin die vielen Ermittlungspannen, die bis dahin den Fall begleitet hatten. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass Kurt-Werner Wichmann auch für die beiden Doppelmorde im Staatsforst Göhrde verantwortlich ist, die 1989 bundesweit Schlagzeilen machten. Und mehr noch: Sie glaubt, dass der Lüneburger Friedhofsgärtner bei einigen seiner Verbrechen einen Komplizen gehabt haben könnte. Wichmann erhängte sich 1993 in Untersuchungshaft.

Nach dem spektakulären Knochenfund hatte die Polizei das gesamte Grundstück des Friedhofsgärtners umgegraben – und stieß auf mehr als 400 Fundstücke, darunter Damenhandtaschen und Damenschuhe, die bis heute niemandem zuzuordnen sind. Auch darüber hinaus finden sich viele Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei Kurt-Werner Wichmann um einen regelrechten „Menschenjäger“ handeln könnte, der bundesweit hinter zahlreichen „Cold Cases“ stecken könnte. Die Polizei Lüneburg hat bundesweit Dienststellen gebeten, sich bei ihnen zu melden, ob Wichmann für weitere Verbrechen verantwortlich sein könnte. Doch weitere Taten konnten sie ihm bis heute nicht zuordnen.

Reinhard Chedor aber gibt nicht auf: Er überprüft, unterstützt von erfahrenen Kriminalistinnen und Kriminalisten, welche bis heute unaufgeklärten Mordserien mit Wichmanns Bewegungsprofil und Modus Operandi in Einklang zu bringen sind, darunter unter anderem die „Disco-Morde“ im Raum Cuxhaven, denen sieben Frauen zum Opfer fielen. Dafür steht er in regelmäßigem Austausch mit der ZEIT-Redakteurin Anne Kunze und dem freien Journalisten Carlo Eggeling, die seit Jahren zu dem Komplex recherchieren. Für die Dokuserie „ARD Crime Time: Der Menschenjäger“ begleiteten Elias von Salomon und Meike Pommer die Ermittlungen von Cheodors Ermittlungsteam und die Recherchen der Journalist*innen. Die Frauen, die nun zum ersten Mal ihre Erfahrungen äußern und Kurt-Werner Wichmann als Täter schildern, hatten sich zuvor bei den Journalist*innen aufgrund von deren Berichterstattung gemeldet.

Die Autor*innen der „ARD Crime Time“ sprachen zudem u. a. mit den Ermittelnden des Göhrde-Komplexes (Polizei Lüneburg) und mit der Rechtspsychologin Silvia Gubi-Kelm, die mit Studierenden der Medical School Hamburg die Psyche des „Göhrde-Mörders“ untersucht und das Bild eines psychopatischen Täters zeichnet. „Ich denke nicht, dass Kurt-Werner Wichmann zu Mitleid in der Lage war“, so Kelm gegenüber „ARD Crime Time“.

„ARD Crime Time: Der Menschenjäger“ ist eine Produktion von SPIEGEL TV in Zusammenarbeit mit DIE ZEIT im Auftrag von NDR und SWR.

Die NDR Doku „Eiskalte Spur“ ist weiterhin in der ARD Mediathek abrufbar unter https://ots.de/MTTlEj

Die drei Teile von „ARD Crime Time: Der Menschenjäger“ werden in Kürze in den Vorführräumen des Ersten und des NDR zu sehen sein.

„ARD Crime Time: Der Menschenjäger“: als Dreiteiler ab Mittwoch, 27. März, in der ARD Mediathek; als 90-Minüter am Mittwoch, 10. April, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Unternehmenskommunikation
Iris Bents
Presse und Kommunikation
Mail: [email protected]
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Original-Content von: NDR / Das Erste, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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