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Montag, 24. Juni 2024

Gefährliche Überspannung? COMPUTER BILD entdeckt potenzielles Sicherheitsrisiko in Wechselrichter für Balkonkraftwerke

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Hamburg (ots) –

Wer ein Balkonkraftwerk betreiben will, braucht neben Solarmodulen einen Wechselrichter. Der speist den erzeugten Strom ins Hausnetz. Leider bereiten einige Geräte Probleme; unter anderem fehlen manchmal sicherheitsrelevante Komponenten. Folge: Sicherheitszertifikate erlöschen; betroffene Wechselrichter können die Betriebserlaubnis verlieren. COMPUTER BILD prüfte im Testlabor, ob bei Wechselrichtern die versprochenen Normen tatsächlich eingehalten werden. Dabei fiel ein Kandidat negativ auf: Der Wechselrichter MIC 600TL-X von Growatt birgt potenzielle Risiken!

Normalerweise muss ein Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall umgehend abschalten, sonst kann es passieren, dass man einen Stromschlag bekommt. Nach der Abschaltung des 600-Watt-Wechselrichters von Growatt verdoppelte sich allerdings die gemessene Spannung des Testgerätes von den haushaltsüblichen 230 auf 460 Volt! Außerdem benötigte der Wechselrichter 0,7 Sekunden für die Abschaltung. Das klingt nach wenig, doch der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) gibt in der für die Zertifizierung maßgeblichen Norm 0,2 Sekunden vor.

Zur Verifizierung der Auffälligkeiten kaufte COMPUTER BILD drei weitere Growatt MIC 600TL-X. Neben dem ersten schaltete noch ein weiterer Wechselrichter zu langsam ab. Er benötigte ebenfalls rund 0,7 Sekunden, im schlechtesten Fall waren es 0,9 Sekunden. Und: Bei allen Geräten stieg die Spannung auf Werte zwischen 360 und 460 Volt – lag also ebenfalls deutlich über der haushaltsüblichen Netzspannung. Auf Nachfrage erklärte der VDE, dass Haushaltsgeräte im Allgemeinen „Spannungsschwankungen von zehn Prozent ohne Schäden vertragen. Wenn durch einen Erzeuger mehr eingespeist wird, kann es zu Defekten an im selben Stromkreis angeschlossen(en) Geräten kommen.“ Das ist bei den getesteten Growatt-Wechselrichtern der Fall.

Ob der Wechselrichter am Netz bleiben darf, müssen die Behörden klären. Nach den Messungen von COMPUTER BILD bewegen sich die Werte außerhalb der für die Zertifizierung geforderten Normen; die Geräte stellen ein potenzielles Risiko dar. Eventuell hilft ein Firmware-Update, um den Fehler zu beheben. COMPUTER BILD ist mit der Bundesnetzagentur im Austausch.

Pressekontakt:
COMPUTER BILD Digital GmbH
Julia Struck
Mail: [email protected]
Original-Content von: COMPUTER BILD, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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